Dank den engagierten Verwandten aus den USA, welche Familienforschung – auch in der Schweiz - betrieben haben und uns die Resultate ihrer Arbeiten zukommen liessen, weiss ich relativ genau Bescheid über einige Vorfahren väterlicherseits aus dem Glarnerland. Einiges habe ich noch selber dazugesammelt. In mehreren Generationen sind jeweils fast alle Geschwister einer Familie nach Amerika ausgewandert – zweitweise staatlich gefördert, weil in der Schweiz Hungersnot herrschte. Die „letzten“ Auswanderer waren um 1900 Geschwister meiner Urgrossmutter. Meinem Urgrossonkel wurde übrigens eine Braut hinterhergesandt...mit dem jüngsten Sohn (geb. 1927) dieses Ehepaares stehen wir in regelmässigem Kontakt.
Es nimmt mich wunder, was an meinen Vorfahren speziell war, dass sie im Glarnerland geblieben sind: Waren es die besonders Geschickten oder Gescheiten, oder genau das Gegenteil? Das habe ich bis heute nicht herausgefunden...
Immer mal wieder kommen mir damaligen Emigranten in den Sinn, wenn es um die Frage der Asylbewerber geht: Die USA verfolgte eine straffe Einwanderungspolitik und prüfte die Neuankömmlinge systematisch. Wer „durchfiel“, musste von der entsprechenden Reederei wieder zurückgeschifft werden. Deshalb machten diese - bereits vor der Abreise noch in Europa - entsprechende Tests mit den Ausreisewilligen.
Vor wenigen Monaten habe ich fünf Bücher über irische Auswanderer gelesen: Es ist mir wieder mal „eingefahren“, dass damals eine Auswanderung in den meisten Fällen bedeutete, die ehemalige Heimat und die zurückgebliebene Familie nie mehr zu sehen. Kaum vorstellbar im Zeitalter von Video-Conferencing, billiger Mobilität und anderen „Errungenschaften“ unserer Zeit.
Samstag, 7. Juni 2008
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